Von den französischen Komponisten des Fin de Siècle und des frühen zwanzigsten Jahrhunderts werden hauptsächlich Opern, Orchesterwerke und Kammermusik aufgeführt. Das Konzert mit Cantus Basel hingegen wirft einen Blick auf selten gehörte Chorwerke und Sololieder aus diesen beiden Epochen.
"Saint-Saëns est un représentant de l’esprit classique français. Il a, en effet, certaines des plus éminentes qualités françaises et la première de toutes; la parfaite clarté." Romain Rollands Zitat lässt sich auch auf Gabriel Fauré übertragen, der als französischer Brahms angesehen wird und einige wenige Chorwerke hinterlassen hat, die zu den schönsten gehören.
Claude Debussy und Maurice Ravel, die beiden berühmten Impressionisten, sie beide komponierten drei Chansons für Chor a cappella. Der einfache Titel gibt
keinerlei Hinweis auf den Charakter der Musik: es sind verträumte, stimmungsvolle,zuweilen aber auch humorvolle und stets hochvirtuose Kostbarkeiten.
Auf die früh verstorbene Lili Boulanger ist die Musikwelt im vergangenen Jahr vermehrt aufmerksam geworden, sie starb 25-jährig, vor hundert Jahren. In ihren
Werken offenbart sich bereits eine grosse künstlerische Reife, und sie wäre zweifellos zu einer wichtigen Figur des Impressionismus geworden.
Francis Poulenc und fünf weitere Komponisten gründeten in den 1920er Jahren in Paris die "Groupe des Six", sie alle lehnten den Impressionismus zugunsten grösserer
Einfachheit und Klarheit ab. Spielerische Eleganz und ein humorvoller Umgang mit musikalischen Vorbildern früherer Epochen, aber auch mit Elementen von Jazz,
Varieté und Zirkus zeichnen Poulencs Werke aus.