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Dvorak und Janacek November 2017

 

Mit dem im 19. Jahrhundert erwachenden Nationalgefühl in Europa entstand auch in Böhmen und Mähren der Wunsch, in der Musik zu eigener Identität zu finden. Was Bedřich Smetana mit den nationalen Stoffen und folkloristischen Zügen seiner Opern und mit seinem Zyklus "Mein Vaterland" eingeleitet hatte, führte Antonín Dvořák (1841-1904) zu einem weiteren Höhepunkt. Heimatliebe, Naturverbundenheit und tiefe Religiosität, aber auch berauschende Lebensfreude kommen in Dvořáks Werk zum Ausdruck.
Einen zweifellos radikaleren kompositorischen Ansatz verfolgte Leoš Janáček (1854-1928). Seine Harmonik, die Instrumentation und der Tonsatz sind zwar auch stark von folkloristischen Elementen geprägt und vom Duktus des mährischen Dialektes durchdrungen. Sie weisen jedoch deutlich in die Moderne, wobei die nie abreissenden Emphasen, die unromantische Dramatik und die grosse lyrische Subtilität besonders auffallen. Das 1901 entstandene "Otčenáš" (Vater unser) ist eines der grösseren geistlichen Werke Leoš Janáčeks. Ähnlich wie Mussorgsky in dessen "Bilder einer Ausstellung" komponierte Janáček das Werk zu einem Gemäldezyklus des polnischen Malers Józef Męcina - Krzesz (1860-1934). Ursprünglich schrieb Janáček sein Otčenáš, das aus mehreren Sätzen besteht, für Tenor, gemischten Chor, Klavier und Harmonium. In der späteren Fassung von 1906, die von Cantus Basel aufgeführt wird, hat sich der Komponist der reizvollen Aufgabe gestellt, die klanglich ausladende Orgel mit der eher kammermusikalisch verwendeten Harfe zu verbinden.
Die "Messe D-Dur" op. 86 komponierte Antonín Dvořák im Frühling 1887 in einer Fassung für Soli, Chor und Orgel auf Wunsch des Architekten und Gründers der Tschechischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Josef Hlávka, der die neuerbaute Kapelle in seinem Schloss in Lužany (Südwestböhmen) festlich einweihen lassen wollte. Dvořák war bereits früher mit kirchlichen Werken hervorgetreten, so etwa mit dem "Stabat Mater", das kurz zuvor mit grossem Erfolg in London und New York aufgeführt wurde. Die Messe in D-Dur ist beredtes Zeugnis für Dvořáks Kunstfertigkeit, einen sakralen Text musikalisch zu fassen und gleichzeitig die heitere, unbeschwerte Atmosphäre der böhmischen Landschaft und die Schlichtheit des tief religiös verwurzelten Landvolkes einzufangen.


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